Der Grauwert — was ein Blindtext über eine Schrift verrät

Dies ist ein Blindtext. An ihm lässt sich sehen, ob alle Buchstaben da sind und wie sie im Satz zueinander stehen. Er gibt den Grauwert der Schrift an — jenen Eindruck, den eine Textfläche aus einigem Abstand hinterlässt, lange bevor ein einzelnes Wort gelesen wird. Wer diesen Text liest, ist selbst schuld.

Ein Blindtext zeigt, wie eine Schrift im Satz steht, bevor ein Wort gelesen wird.
Ist es gleichgültig, ob ich schreibe: „Dies ist ein Blindtext“ oder „Huardest gefburn“? Kjift — mitnichten! Ein Blindtext bietet mir wichtige Informationen, und er tut das nur, wenn er in der Sprache gesetzt ist, in der später auch gelesen wird.

Was der Grauwert zeigt, und was er verschweigt.
An ihm messe ich die Lesbarkeit einer Schrift, ihre Anmutung, wie harmonisch die Figuren zueinander stehen, und prüfe, wie breit oder schmal sie läuft. Was er nicht zeigt, ist der Umbruch: Erst an Wörtern wie Ausführungsplanung oder Veranstaltungsfläche entscheidet sich, ob eine Spalte trägt. Ein Blindtext sollte möglichst viele verschiedene Buchstaben enthalten und in der Originalsprache gesetzt sein.

Ein Blindtext hat keinen Informationsgehalt. Er dient allein dazu, den optischen Eindruck eines Textblocks im Layout zu beurteilen, und er steht so lange, bis die redaktionellen Inhalte vorliegen.
Mit einem Blindtext prüft man nicht, was eine Seite sagt, sondern wie sie spricht.
Manchmal benutzt man Worte wie Hamburgefonts, Rafgenduks oder Handgloves, um Schriften zu testen. Manchmal ganze Sätze, die alle Buchstaben des Alphabets enthalten — und im Deutschen dazu die Umlaute und das ß.
Wer diesen Text liest, ist selbst schuld. Er steht nur so lange, bis die redaktionellen Inhalte vorliegen — am Layout ändert sich dadurch nichts, und das ist der ganze Zweck.
Blindtext — er steht, bis die redaktionellen Inhalte vorliegen.
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