Warum ein Blindtext in der Originalsprache gesetzt wird

Ein Blindtext sollte in der Originalsprache gesetzt sein. Das klingt nach einer Formalie und ist eine der wenigen Regeln, an denen ein Satzbild tatsächlich scheitert: Lateinischer Blindtext hat keine Umlaute, kein ß und kaum ein Wort über zwölf Zeichen.

Ein Satzbild scheitert an den Wörtern, die es nur in einer Sprache gibt.
Dies hier ist ein Blindtext zum Testen von Textausgaben. Der Text gibt lediglich den Grauwert der Schrift an — aber er gibt ihn für die Sprache an, in der er geschrieben ist, und für keine andere.

Ist es gleichgültig, ob ich schreibe: „Dies ist ein Blindtext“ oder „Huardest gefburn“? Kjift — mitnichten! An ihm messe ich, wie breit oder schmal eine Schrift im Satz läuft.
Wer auf Latein prüft, prüft eine Seite, die niemand lesen wird.
Das entscheidet sich an den Wörtern, die es nur hier gibt, und an keiner anderen Stelle der Seite.
Blindtext — er steht, bis die redaktionellen Inhalte vorliegen.
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